Situativ führen – so kann´s im Alltag aussehen
Heute möchte ich das Thema situative Führung anhand von Rücksprachen und Jour Fixes betrachten.
Als Führungskraft hatte ich mehrfach das Glück, diverse Teams zu führen: Erfahrene Mitarbeitende neben Berufseinsteigern, Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen und mit verschiedenen Hintergründen. Sehr cool.
Dabei ist mir aufgefallen, dass von mir als Führungskraft ein individuelles Eingehen auf die jeweiligen Persönlichkeiten erwartet wurde und gleichzeitig in Bezug auf Rücksprachen und Jour Fixe alle gleich behandelt werden sollten. Kennst Du das Phänomen? Für mich passt das wenig zusammen.
Wie motivierend ist es denn, langjährig erfahrenen und kompetenten Mitarbeitenden engmaschig auf den Füßen zu stehen?
Wie hilfreich ist es, junge Berufseinsteigern auf einen Termin in der nächsten Woche zu vertrösten, wenn sie dringend Unterstützung benötigen?
Hier einige Tipps, wie Du Rücksprachen situativ und individuell gestalten kannst, ohne Unmut im Team zu erzeugen:
- Individuelle Gespräche führen: Kläre, welche Arbeitsweisen und Erwartungen jede*r hat. Was benötigt ihr voneinander, um gut arbeiten zu können?
- Gruppen sinnvoll organisieren: Überlege, für welche Personengruppen Rücksprachen sinnvoll sind. Dailys, Weeklys, oder nur monatlich? Welche Einzelrücksprachen sind hilfreich und in welcher Frequenz?
- Zweck der Rücksprache klären: Stelle sicher, dass jede Rücksprache einen klaren Zweck verfolgt.
- Flexibilität bewahren: Überprüft gemeinsam regelmäßig die Rücksprachen und passt sie bei Bedarf an, sowohl inhaltlich als auch organisatorisch.
Ich selbst setzte einen Mix aus Team- und Projektmeetings sowie individuellen Terminen um. Manche Mitarbeitende traf ich wöchentlich, andere nicht. Mit allen führte ich quartalsweise Feedbackgespräche und zusätzlich gab es einen wöchentlichen, offenen Zeitslot (virtuelle open door) für spontane Anliegen, den jede/r initiativ nutzen konnte.
Das Ergebnis: für uns intern hat der bunte Mix ganz wunderbar funktioniert.
Kleine Randnotiz: außerhalb des Teams sorgte diese Vorgehensweise durchaus für Irritationen. Daher ein zusätzlicher Tipp: Schaffe Transparenz über Deine Vorgehensweise, sodass auch Vorgesetzte und Kollegen verstehen, warum Du einen individuellen Meeting-Mix verfolgst. Das schafft Sicherheit und Freiraum für Dein Führungshandeln.
Viel Spaß dabei!

