Dialog statt preach & pray
Kennst Du das? Dein Vorgesetzter informiert Dich über die neuesten Veränderungen und deren Auswirkungen auf Dich und Dein Team. Er redet und redet, und nach zwei kurzen Einwürfen Deinerseits schweifen Deine Gedanken ab – zu Deinem Team, der Mittagspause, der Abendplanung, dem Rückruf an Deine Mutter…
Diese Art der Kommunikation wird oft als „preach & pray“ bezeichnet, weil sie einer kirchlichen Predigt ähnelt. Ich lade Dich ein, mal Deine eigene Gesprächsführung zu reflektieren. Wann „predigst“ Du? Und wie zielführend ist das?
Zum Einstieg ein paar mögliche „gute Gründe“ für den Sendemodus:
- Viel hilft viel: Du möchtest sicherstellen, dass Dein Gegenüber die Hintergründe und Sinnhaftigkeit versteht. Deshalb beleuchtest Du alle Details und verwendest viele Worte.
- Wenig Raum für Reaktionen: Viel selbst reden bedeutet wenig Raum für Reaktionen des Gegenübers zu lassen. Vielleicht möchtest Du Dich vor unangenehmen Rückmeldungen schützen?
- Überwältigende Begeisterung: Du bist eine energiereiche Person, die gerne mal laut denkt und sich schwer zügeln kann, wenn die eigene Begeisterung überhandnimmt.
Und – erkennst Du was wieder? Diese sendungsbewusste Kommunikation hat leider einen entscheidenden Nachteil: Es entsteht keine wirkliche Verständigung – siehe obiges Beispiel.
Wenn es Dir um echte Verständigung geht, dann bietet ein schneller Wechsel in einen Dialog wertvolle Vorteile. Es entsteht ein lösungsorientierter Austausch auf Augenhöhe, ohne dabei Hierarchien in Frage zu stellen oder automatisch Basisdemokratie zu initiieren.
Ein paar Tipps für die Gestaltung eines Dialogs, beispielsweise in Veränderungsprozessen:
- Kommuniziere Veränderungen knapp: Formuliere das Wesentliche in 5-7 Sätzen.
- Bitte dann um Rückkopplung: Stelle Fragen wie „Welche Fragen sind bis hierher bei Dir/Ihnen aufgetaucht?“ oder „Was davon klingt schon gut für Dich/Sie?“
- Geh auf die Antworten ein: nutze aktives Zuhören, um Deinem Gegenüber zu zeigen, dass Du den Kern seiner Botschaft verstanden hast. Nun kannst Du gezielt auf Fragen reagieren, Bedenken aufgreifen und Lösungen entwickeln.
Dein Gewinn:
- Zeitersparnis durch Konzentration aufs Wesentliche
- Besseres Verständnis Deines Gegenübers und wirksamere Kommunikation
- Du schaffst Verbindung, Offenheit und Loyalität
Klingt gut? Dann viel Erfolg bei der Umsetzung! Und denk daran – Übung macht den Meister.